Die Straße "Am Bachlauf"

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Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Adrian am Fr Nov 29, 2013 8:14 pm

Geht man den Straßen durch England nach kommt man früher oder später auf die Straße an die kopfsteingepflasterte Straße „Am Bachlauf“. Die breite Straße wird allerdings nicht sehr oft befahren, da sie inzwischen von mehreren Banditenbanden belagert wird. Nur wer bereit ist viel Geld zu zahlen kann die stinkenden Räuber von sich fern halten. Die vor Jahrzehnten gestartete Versuche mehrere Adelsfamilien die Straße zu Räumen zu lassen brachte ihr übrigens ihren Namen. Das längste Gefecht um die Straße soll vor 20 Jahren ganze 8 Tage gedauert haben und für weit über 700 Tote alleine auf Seitens der Adelsarmeen gesorgt zu haben.
Mit dem ausbleiben der fetten Beute haben sich viele Schurken allerdings anderswo hin verlegt und versuchen die Ausweichstraßen anzugreifen. Dennoch sieht man hier öfter einpaar Banden, welche sich mit den meisten Händlern arrangiert haben und „Schutzgeld“ kassieren.

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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am Sa Nov 30, 2013 5:59 pm

Die letzten paar Tage erwiesen sich als anstrengend. Sie hatte es wohl geschafft, in einem Viertel der Stadt zu landen, das von Verbrechern nur so strotzte. Es war kein Tag mehr vergangen, der sie nicht an ihr Limit trieb. Obwohl sie stets wohlbesuchte Gaststätten auswählte, in denen sie sich wieder erholen konnte, fühlte sie sich heute nach wie vor erschöpft. Sie hoffte inständig, dass der heutige Tag ruhig verlaufen würde. Ein Tag ohne extravagantes Training würde ihr wohl zustehen dürfen, oder? Vielleicht war es auch ein Fehler, trotz dieser Bitte, die sie insgeheim im Hinterkopf behielt, das Gasthaus zu verlassen und weiterzureisen – wohlbemerkt, ohne direktes Ziel vor Augen – aber sie störte auch der Gedanke, einfach nichts zu tun.  Und sie vertraute einfach darauf, dass „Pilus“ es gut mit ihr meinte.
Ihr Weg führte sie an einigen Gassen und Straßen vorbei. Sie arbeitete sich stets in eine Richtung vor, selbst wenn sie nicht abschätzen konnte, wo genau sie sich befand und wohin sie eigentlich ging. Aber das war kein Problem, so machte sie das immerhin schon seit Monaten.
Erst als sie auf eine große, von Wäldern umringte und verlassene Straße abbog, verspürte sie kurz ein unbehagliches Gefühl. Sie konnte nicht genau sagen, woher es kam, aber irgendetwas schien seltsam an diesem Weg zu sein. Vermutlich lag es daran, dass sie weit und breit die Einzige zu sein schien, die sich auf diese Straße wagte. Aber vielleicht lag es auch einfach an der Tageszeit und es würde nicht lange dauern, bis ihr ein paar Passanten begegneten.
Aus diesem Grund betrat sie den Weg dennoch und folgte dem Kopfsteinpflaster einige Zeit lang. Sie ging die letzten Tage, wenn nicht sogar Wochen, noch einmal in ihrem Kopf durch, und als sie völlig abgeschweift war, trat wie aus dem Nichts ein Bandit vor ihr auf die Straße und hielt sie davon ab, auch nur einen Schritt weiterzugehen.
Dass es sich bei diesem Menschen um einen Banditen handelte, erkannte man allein an seinem Aussehen und an dem schmutzigen Gesichtsausdruck. Aber es ärgerte sie noch wesentlich mehr, dass sie ihn nicht hatte kommen sehen. Sie wich einen Schritt zurück, um Abstand zu gewinnen und musterte den Mann kurz. Mit Banditen hatte sie schon öfters zu tun, sie waren nicht allzuschwer zu verscheuchen.

Es war nicht einmal nötig, sich zu erkunden, was er denn von ihr wollte, denn er machte seinen Wunsch unmissverständlich klar. „Spar mir die Auseinandersetzung und überlass mir deine Wertgegenstände. Entweder du zahlst oder es wird ungemütlich.“ Als er das sagte, zog er, ein selbstgefälliges Grinsen im Gesicht tragend, einen kurzen Dolch und begab sich selbst in  eine bedrohlich wirkende Kampfposition.
So etwas in der Art hatte sie schon erwartet. Lixandra führte ihre Hand zu ihrer Waffe. Der Blick, den sie ihm dabei zuwarf, sprach von Selbstsicherheit und das zufriedene Lächeln, das auf ihrem Gesicht lag, verdeutlichte ihm, dass er sich definitiv das falsche Opfer gesucht hatte.
„Versuch es gar nicht erst“, fuhr er sie an.  Doch noch ehe sie ihre  Waffe trotz der „Drohung“ hatte ziehen können, spürte sie schon, wie sie geschwächt taumelnd in die Knie ging. Unmöglich, dachte sie irritiert. Ein zweiter hatte sich unbemerkt von hinten angeschlichen und sie mit einem Schlag gegen den Hinterkopf geschwächt. Sie hatte ihn weder gehört noch bemerkt.
„Ngh“, gab sie von sich, als sie zu Boden sank und sich mit den Händen am Pflasterstein abstützte. Danach packte er sie schon am Genick, um sie davon abzuhalten, sich wieder aufzurichten.
Sie konnte kaum fassen, dass das gerade wirklich passierte. Die letzten Tage verbrachte sie damit, anderen aus genau dieser Situation zu helfen – und jetzt wurde sie selbst überfallen und konnte sich nicht einmal zur Wehr setzen? Sie verstand nicht, womit sie diese Ironie verdient hatte, und wollte nicht verstehen, wie das möglich war… aber sie würde bestimmt nicht aufgeben. Sie versuchte, eine klare Sicht zurückzugewinnen, um sich dann aus dem Griff zu befreien, aber es gelang ihr nicht. Stattdessen wurde sie nur noch fester von dem Banditen umklammert.

Die beiden grinsten zufrieden, als sich  der erste zu Lixandra beugte, um sich ihrer Habseligkeiten aus „Schutzgeldgründen“ anzunehmen. Und sie konnte absolut nichts dagegen unternehmen!
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am Sa Nov 30, 2013 10:19 pm

„Diese verfickte Fickerscheiße aus Fickhausen ist doch zum verfickten mal zum verfickt werden!“ Ungewöhnliche Wortwahl für Herl? Vielleicht, aber in diesem Moment absolut berechtigt.
Erst hatte er einen Auftrag nahe der Ostküste gerade noch so überlebt und dann wurde er auch noch wie ein Hund gejagt. Aber nun mal kurz was passiert war.
Herls alter Ego Liris wurde mal wieder gerufen, da es Probleme mit einigen Banditen gab. Sein Auftrag, welchen er sogar von einem Bürgermeister bekam, war es die Anführer der Gruppierung zu töten. Kein leichtes Unterfangen, da es sich um drei Ziele gehandelt hatte. Doch Hinterhalt und Inkompetenz sei dank hatte es funktioniert, auch wenn man seine Position bei all den Schüssen gefunden hatte. Seit dem war der Sniper erst vor den Banditen geflüchtet und seit dem er seine Bezahlung holen wollte hatte er auch Adelstruppen an der Backe. Scheinbar hatte der zuständige Fürst wohl doch ein Einsehen gehabt und irgendjemand fand es wohl ganz Lustig den Söldner nach getaner Arbeit zu verhaften. Zu allem überfluss war bei dem Versuch ihn zu fassen auch noch Susis Zielvorrichtung abgebrochen, als er das Gewehr einem gerüsteten volle Breitseite um die Ohren geschlagen hatte. Nun war das präzise Zielen zwar nicht mehr möglich doch war er ohnehin seit gut einer Woche in den Wäldern und schlug sich durch. Erst war es sein Ziel gewesen möglichst viel Land zwischen sich und die Küste zu bringen und nun wo er sich halbwegs Sicher vor den Truppen fühlte schien alles von Banditen belagert zu sein. Zwar hatte der Schütze nun ein neues Korn angebracht doch einen Probeschuss konnte er nicht mehr abgeben, dafür war das Gebiet viel zu Banditenversucht. Also musste Herl damit leben, dass er sein Ziel unter Umständen verfehlen könnte.
Wenigstens hatte er aber eine Straße gefunden. Auf ihr zu gehen käme für eine einzelne Person mit einem seltenen und wertvollen Gewehr einem Selbstmord gleich, aber sie diente Herl zur Orientierung während er sich abseits des Weges durch das Gehölz bemühte.

Wann er in all der Zeit angefangen hatte zu fluchen fragt ihr? Ach den Moment beschreibe ich euch auch gerne. Das war nämlich just in diesem Moment, als er neben der Straße herging und etwas gerüstetes mit ungewöhnlicher Haarpracht gesehen hatte... oder eher wie es niedergeschlagen wurde. Von der Entfernung, die Herl auf gute 200 Meter schätze hatte er beobachtet wie zwei Gestallten die Frau niederrangen und er musste eingreifen. Ging gar nicht anders.

Herl legte also seine Waffe ein und versuchte den Stand seines Korn noch mals zu korrigieren, indem er das kleine Metallstück mit einem Schraubendreher bearbeitete. Der Schuss, so wusste der Meisterschütze würde sitzen müssen, auch wenn er nicht mal sagen konnte ob das Gewehr richtig eingestellt war. Anders könnte er die Frau erwischen. Also ziehlte der Söldner extra zuerst auf den Mann, der weiter weg von ihr stand. Ich werde ziemlich viel Lärm machen... Hoffentlich konnte die feine Dame in dem Brustpanzer laufen.
Na ja half alles nichts. Herl presste die Schulterstütze an seinen Körper und legte das Gewehr an. Seine kundigen Finger drückten den Abzug weit genug nach hinten, dass er bei der kleinsten Bewegung die Kugel auslösen würde. Kurz vor dem Schuss hörte der Mann auf zu Atmen, korrigierte noch einmal um wenige Millimeter den Lauf. Der Zündstein schnellte hervor, die Waffe entlud sich krachend und eine Kugel schoss in atemberaubender Geschwindigkeit aus dem Lauf.
Doch die Kugel verfehlte ihr Ziel um Haaresbreite. Herl sah noch wie das Projektil die fettigen dunklen Haare des Banditen streiften, ehe beide realisierten was los war. Fast Augenblicklich rannte sowohl das Ziel, als auch sein Kumpane um ihr Leben.
Noch während Herl im geiste notierte das Korn einen halben Milimeter weiter nach links zu setzen schulterte er Susi und rannte auf die junge Frau zu um sie am Arm zu packen. „Komm mit, wenn du leben willst.“ Sprach er sie an und fing an an der Frau herum zu zerren um sie abseits der Wege zu führen. Sicher würde jetzt das ganze Gelumpe im Umkreis den Schuss gehört haben und nun nach einer Leiche und den Kerl mit dem Gewehr suchen. So was in die Finger zu bekommen wäre für so jemanden ein ziemlich hohes Risiko wert.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am So Dez 15, 2013 12:13 am

Egal, was sie versuchte, es half ihr aus dieser Situation nicht heraus. Obwohl es ihren Grundprinzipien widersprach und sie sich über sich selbst ärgerte, gab sie auf. Sie versuchte gar nicht erst, dafür zu sorgen, dass sich der Griff lockerte. Sie überließ den beiden einfach das Geld – sofern sie es fanden – und starrte auf den Boden vor sich. Ihr Kopf schmerzte von dem ungemütlichen Schlag. Sie schloss die Augen, um sich den Anblick, wie sich der zweite zufrieden grinsend zu ihr beugte und nach dem Geld suchte, zu ersparen.
Sie biss die Zähne zusammen und ärgerte sich über sich selbst. Schlimm genug, dass sie die Niederlage akzeptieren musste, aber dann handelte es sich bei dieser Niederlage auch noch um eine derart erniedrigende. Warum konnten sie nicht wenigstens zu zehnt auf sie losgehen, dann hätte sie nicht wenigstens „nur“ wegen zwei Gegnern verloren. Sie versank in diesen Gedanken, verfluchte die beiden innerlich… und plötzlich fiel wider jegliche Erwartung ein Schuss! Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Lixandra riss die Augen auf und starrte auf den Mann vor ihr, der vermutlich genauso schockiert war wie sie selbst. Bevor sie überhaupt richtig verstand, was das alles bedeutete, lockerte sich der Griff, und die beiden flüchteten, während Lixandra am Boden sitzend zurückblieb. Sie wusste, dass es auch für sie besser war, das Weite zu suchen, aber es fiel ihr schwer, sich aufzurappeln.  Sie konnte nicht einmal abschätzen, aus welcher Richtung der Schütze kam, ob er ihr gut gesinnt war oder ob sie dem nächsten zum Opfer fallen würde. Dann konnte sie nämlich gleich sitzen bleiben.
Aber jemand schien ihr die Gedanken abzunehmen. Denn im nächsten Moment war sie schon nicht mehr alleine. Jemand hatte sie am Arm gepackt und drängte sie dazu, aufzustehen. Komm mit, wenn du leben willst.  Da sie etwas benommen war, stempelte sie den Mann als Verbündeten ab und zweifelte seine Hilfsbereitschaft nicht an. Sie rappelte sich auf, biss die Zähne zusammen und versuchte, so schnell wie möglich von der Straße wegzukommen und hinter den Sträuchern und  Bäumen zu verschwinden. Trotz brummenden Schädels und Kraftlosigkeit folgte sie Herl, wobei sie das Laufen vor allem das Adrenalin verdankte. Sie hoffte, dass er Ahnung davon hatte, wo er hinlief und betete inständig, nicht in eine Horde von Banditen zu laufen.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am So Dez 15, 2013 1:18 am

Herl blieb cool, so cool wie man auf einer von Abschaum verseuchten Straße nur sein konnte, nachdem man sehr laut demonstriert hatte, dass man eine übermächtige und Illegale Waffe besaß. Genau, er hatte verdammt noch mal wenig Blut in seinem Adrenalinkreislauf!
Dennoch behielt er einen klaren Kopf, vor allem nachdem alles nach Plan lief. Also den Plan, denn er soeben in seinem Kopf zusammen flickte. Ich hab noch keinen Armbrustbolzen im Knie, dass ist ein gutes Zeichen! Dachte sich Herl als er im 90° Winkel sich von der Straße entfernte. Banditen werden den schnellsten Weg zum Schuss suchen, entsprechend werde ich nach 20 Metern einknicken. Den Winkel bestimmte der Söldner dabei nur sporadisch. Ihm ging es darum eine möglichst kleine Überschneidung zwischen sich und möglichen Feindliche Routen zu bringen. Glücklicherweise war der Wald dicht und auch wenn Herl wegen dem Gewicht, welches er mehr zog als lenkte, ab und an ins Schlingern geriet machte er weiter. „Man da wollen mir Kopfgeldjäger und Adelstruppen tot sehen und ich rette hier holde Jungfrauen!“ kam es halb genuschelt von dem Söldner, ehe er unglücklich an einen Ast hängen blieb und sich damit einen langen Schnitt an der Wange zuzog. „Scheiße.“ kommentierte er kurz, ließ aber nicht von seinen Anstrengungen ab. Erst nach guten 10 Minuten und als er eine Senke  entdeckte warf er sich mit der Frau im Gepäck dort hinein.
Kaum herunter geschlittert zog Herl auch seine Pistole und prüfte diese. „Dabei war das so ein schöner Sonntagsspaziergang.“ flüsterte er als er das Pulver und die Schrottkügelchen lud. Kurz lauschte er, allerdings waren keine Schritte oder Stimmen zu hören. Also entspannte er sich nach einigen Sekunden und atmete hörbar durch. „Du hast echt nerven, weißt du das?“
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am So Dez 15, 2013 4:04 pm

Lixandra bemühte sich, mit dem Mann mitzuhalten. Sie achtete darauf, nicht über irgendwelche Wurzeln zu stolpern, um seine Nerven womöglich noch mehr zu strapazieren. Auch versuchte sie es zu vermeiden, zu langsam zu werden. Dabei half es sehr, sich an ihn zu klammern und dadurch mitgezogen zu werden, aber zu unselbstständig wollte sie auch nicht wirken.
Sie konzentrierte sich auf den Weg vor ihr, weshalb sie auf sämtliche Kommentare seinerseits nicht antwortete. Auch wenn seine Worte ziemlich fragwürdig waren. Warum wurde er gejagt? Er wirkte nicht wie ein Krimineller. Und selbst wenn er einer war – warum half er ihr dann? Wirklich lange beschäftigte sie sich nicht mit diesen Fragen, denn die Bäume lagen hier so eng aneinander, da wollte sie es vermeiden, aus Unachtsamkeit gegen einen Stamm zu stolpern. Es reichte schon, dass Herl sich bei diesem Fluchtversuch verletzte.
Die zehn Minuten, die sie damit verbrachten, einfach nur zu fliehen, kamen ihr wie eine gefühlte Ewigkeit vor. Sie empfand es als die reinste Tortur. Es wurde immer anstrengender, und es fiel ihr von Schritt zu Schritt schwerer, nicht nach einer kurzen Atempause zu fragen. Nein, wirklich nicht… alles, nur das nicht, redete sie sich ein. Er musste sie jetzt schon für untauglich halten und sich fragen, wie sie es überhaupt geschafft hatte, alleine auch nur einen Tag zu überleben. Oder er war der Meinung, dass sie gerade erst losgezogen war… ehrlich… das war ganz schön deprimierend.
„Wah“, gab sie dann überrascht von sich, als die beiden sich in eine Senke flüchteten. Unten angelangt, landete sie ohne Umschweife auf ihrem Allerwertesten und beobachtete Herl angespannt, wie er seine Waffe lud. Ihr Herz pochte viel zu schnell und zu laut, und sie atmete viel zu angestrengt, um selbst darauf achten zu können, ob Verfolger in der Nähe waren oder nicht. Sie hoffte nur, dass dem nicht so war. Sie hasste diese Ungewissheit, ob nicht jeden Moment jemand über ihnen auftauchte und sie angriff, weshalb sie den Blick nach oben gerichtet hielt und gedanklich betete. Obwohl es sich nur um ein paar Augenblicke handelte, zog es sich ihrer Ansicht nach ganz schön in die Länge.
Erst als Herl sich entspannte, was man ihm deutlich ansah, amtete auch sie erleichtert aus und stellte fest, dass sie jetzt erst einmal sitzen blieb. Und wenn es sein musste, verbrachte sie heute die Nacht hier. Jawohl…
Dann richtete Herl sein Wort an sie. „Nerven?“, wiederholte sie. „Ich?“ Was wollte er damit andeuten? Dass sie gerne durch den Wald lief, mit einem riesigen Schild ausgerüstet, auf dem „Opfer“ stand, und dann darauf wartete, dass ihr vielleicht jemand zu Hilfe kam, wenn die Verbrecher auf sie aufmerksam geworden waren? Hmpf.  „Wenn du meinst...“, murmelte sie und linste unzufrieden zur Seite. Dann hob sie den Blick wieder und schaute Herl an. Vor allem den Schnitt in seiner Wange. „… Tut mir leid, dass das deinen Sonntagsspaziergang unterbrochen hat“, meinte sie mit gedämpfter Stimme. Man konnte nie wissen, ob nicht doch jemand in der Nähe war. Aber es tat ihr leid. Wirklich. „Und dass du dich verletzt hast. Aber… ich danke dir für die Hilfe… wirklich.“ Sie lächelte leicht, auch wenn ihr brummender Schädel ihren Gesichtsausdruck  zu einem gequälten veränderte. Sie konnte sich an ihrer Heilmagie versuchen, aber … was, wenn ihr Gegenüber ein strikter Elfen-Verfolger war? Sollte sie das riskieren? … Sie musterte ihn skeptisch, ehe sie eine Entscheidung treffen würde. Sie konnte ihm anbieten, ihn zu heilen ... aber vorerst machte sie sich lieber ein genaueres Bild von dem Mann.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am So Dez 15, 2013 7:37 pm

Zwar pumpte immernoch Adrenalin durch Herls Schädel, doch war es eine Erleichterung keine anherstürmende Räuber zu hören. Und wenn würde ich mir nur noch mehr aufbürgen, wenn ich Feuer. Ich sollte das Bogenschießen lernen! kam es den Söldner. Doch auch die Frau schien sich halbwegs zu fangen. „Ja, gibt nicht viele die Wahnsinnig genug sind am Bachlauf entlang zu gehen. Vor allem alleine.“ Und das auch noch als Frau, wäre Herl nicht gewesen hätten die Kerle sich sicher nicht nur mit dem Geld zufrieden gegeben. Entweder war die Dame hier ziemlich mutig oder unsagbar dumm, so recht konnte der Söldner das nicht beurteilen. Klar er war auch hier und das ebenfalls alleine, nur ihn hatte man gejagt!
Bei dem Sonntagspaziergang winkte er allerdings ab. „War ohnehin langweilig.“ kam es von ihn, als er die Waffe wieder entlud. Hier herein zu springen war im nachinein ohnehin eine blöde Idee gewesen. Banditen hätten die Erde über ihnen als Schutz gehabt und Deckung gab es hier auch keine. Wenigstens eignete sich dieser Ort als Versteck, auch wenn niemand in der Nähe zu sein schien. Sonst hätten die Stimmen die beiden wahrscheinlich verraten.
Die Fremde sprach auch Herls Wunde an, welche er sich zugezogen hatte. Er hatte es bereits wieder halb verdrängt und kaum war das zur Sprache gekommen wischte der Söldner mit dem Handrücken über die langgezogene Verletzung. Wie zu erwarten war hatte sich bereits ein kleiner Blutfilm darüber gelegt welchen Herl abwischte und nun erfolgreich sehen konnte. Nur ein Kratzer... Glück gehabt, bei einem solchen Spurt mit der gepanzerten Frau als Balast hätte locker einer der beiden Stolpern und den anderen mitreißen können. In einem Roman hätte sie sich dann den Knöchel verstaucht und ich hätte sie in guter alter Rittermanier durch den Wald getragen. Wer's glaubte, Herl war kein Kraftsportler und Mensch sowie Ausrüstung hätte sicher zu viel Gewicht gehabt. 50 Meter, weiter hätte er es wohl kaum geschafft.
Wenigstens fiel Herl dafür der gequälte Gesichtsausdruck auf. „Hast du dir was getan?“ Fragte er wie beiläufig ehe er sein Gewehr zog und seine Zielvorrichtung neu Justierte. Das Adrenalin und damit ein Großteil von Herls Redseligkeit hatten sich verabschiedet. „Brauchst du Verbandszeug?“ Hatte er immerhin dabei, auch wenn er es für sich nicht verwenden würde. Dafür war der Schnitt zu klein und das Material zu teuer.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am Sa Dez 28, 2013 1:28 am

Sie warf ihrem Gegenüber einen fragenden Blick zu. Das bedeutete wohl, dass die Straße berühmt-berüchtigt und dafür bekannt war, dass Banditen dort ihr Unwesen treiben? Und sie war eine der wenigen Wahnsinnigen, die sich da alleine hin trauten? Oh weh. Sie musste wirklich wie eine dumme Reisende wirken. Sie verspürte den Drang, ihre Handfläche gegen ihre Stirn zu schlagen, aber sie unterließ es. Erstens wirkte nicht sonderlich anziehend.  Zweitens würde es wohl ziemlich seltsam auf andere wirken.   Und drittens tat ihr Kopf schon ohne zusätzliche Schläge genug weh.
Aber viel wichtiger war: Wie schaffte sie es nur, so erfolgreich das Bild einer absolut unbrauchbaren Person zu vermitteln? Das war doch sonst auch nicht ihre Art. Hoffentlich ergab sich bald die Möglichkeit, ihr Image wieder zu ändern.
Aber zu allem Überfluss war er auch noch auf ihre Kopfschmerzen aufmerksam geworden. Jetzt wirkte sie nur noch hilfloser, als sie es ohnehin schon war. Klasse, echt. Nur eines war sicher: Sie würde kein Verbandszeug brauchen. Diese Schwäche gestand sie sich jetzt nicht auch noch ein. Sie setzte ein gekünsteltes Lächeln auf und winkte kurz ab. „Nein, schon in Ordnung. Das wird schon wieder“, meinte sie zuversichtlich. Sie hatte schließlich immer noch die Chance, sich ganz einfach zu heilen. Und nachdem er sich so freundlich nach ihrem Wohlergehen erkundigte, würde er bestimmt nicht auf sie losgehen, nur weil sie magische Fähigkeiten besaß. Nachdem sie diesen Beschluss als akzeptabel abstempelte, platzierte sie ihre Hände an ihre Schläfen und schloss die Augen. Sie konzentrierte sich auf ihre Magie, konzentrierte sich drauf, ihre Schmerzen zu lindern… und schon trat ein Schimmern auf, das den Schmerz nach und nach linderte. Es kostete sie zwar einiges an Konzentration, aber es gelang ihr, ihren Kopf wieder soweit zu heilen, dass er zumindest nicht mehr brummte.
Nachdem sie ihre heilenden Fähigkeiten wieder einstellte, warf sie verstohlen einen Blick zu Herl. Hatte er etwas bemerkt, oder war das Ganze an ihm vorübergezogen? Sie musterte ihn – erneut – abschätzend … ehe sie die vorher angesprochenen Themen wieder aufgriff.  Diese hatte sie immerhin erfolgreich ignoriert. „Der Spaziergang war also langweilig, hm?“, wiederholte sie.  Sie erinnerte sich noch daran, dass er vorhin ein paar Verfolger seinerseits angesprochen hatte. Was hatte es mit diesen auf sich? Um nicht Gefahr zu laufen, dass Herl beschließen könnte, weiter zu ziehen , versuchte sie, kurz ein Gesprächsthema aufzugreifen. „Was hat es dann mit den Kopfgeldjägern und Adelstruppen auf sich, die hinter dir her sind? … Haben sie dir heute einen Tag frei gegeben?“  Letzteres war eher weniger ernst gemeint, aber wer weiß, vielleicht hatte er auch zuvorkommende Verfolger? Alles war möglich. Immerhin hatte sie den Banditenüberfall soweit überlebt und das hatte sie vorhin ehrlich gesagt auch nicht für möglich gehalten.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am Mo Jan 06, 2014 4:31 pm

Herl erkannte den fragenden Blick als es um die Straße ging und konnte es sich nicht verkneifen mit der Zunge zu schnalzen. Damit war die Frage ob die Frau mutig oder dumm war geklärt. Da hatte wohl jemand in Sachen Allgemeinbildung und/oder Gefahrenbewusstsein gepennt. Na ja, wenigstens war es diesmal noch gut gelaufen. „Der Bachlauf? Die großen Kämpfe zwischen Adel und Banditen? Wird von jedem Gefürchtet und von Händlern gemieden?“ versuchte es Herl doch noch an so etwas wie Halbwissen zu Appellieren. Gut dabei war er zwar nicht recht freundlich, aber von jemanden der Tagelang gehetzt wurde nur um eine Jungfrau in Nöten zu retten um wieder selbst in Lebensgefahr zu kommen. Darauf konnte er nun wirklich verzichten und so was ließ einen auch irgendwie den Tag verderben. Bei dem einen reichte da schon ein schlechter Tee am Morgen, bei Herl musste es halt gleich eine Hatz auf Leben und Tot und sein.
Doch die Frau wollte zumindest keine wertvolle Ressourcen verschwenden... also abgesehen von dem Schießpulver und der Kugel. Ich sollte aufhören so auf ihr herumzuhacken! Es war alles wohl nur etwas viel gewesen in den letzten Tagen und das bekam nun die Fremde zu spüren. Herl seufzte auf und blickte noch mal zur Erdkante über ihnen. Vereinzelt wuchsen Wurzeln in das Loch und erinnerten an dünnen, langgliedrige Finger die nach den beiden Menschen greifen wollten. Ich hätte vor dem Auftrag keinen Horrorroman lesen sollen.
Doch kaum löste sich der Söldner von dem Anblick um nach der Frau zu sehen sprang Herl erschreckt auf. „Was zur Hölle!“ fluchte er und stolperte ein, zwei Schritte nach hinten um an einen Stein hängen zu bleiben und umzufallen. Keuchend kam der Mann auf den Boden auf. Als Engländer wusste er, dass es vor allem die Elfen waren die so etwas vermochten und er wusste wie Illegal das innerhalb von England ist. Eben so wie eine Regierungen stürzen zu wollen oder für Geld Menschen meucheln. Dennoch wurde Herl nervös, immerhin musste die Frau wissen wie die meisten von der Magie dachten und dass man Magiebegabten oft die Schuld an Seuchen und Missernten gab.
Doch die Frau sprach ganz normal weiter, als wäre nichts gewesen. Das ist doch alles Parodie? Scheinbar müsste Herl irgendwann mal ein Buch über sein Leben schreiben, als Abenteuerroman würde das sicher ein Bestseller werden können, als Dokumentation würde man das als unglaubwürdig abstempeln. Doch die Frau sprach von seinen Verfolgern, etwas wovon Herl nicht gedacht hätte dass die Frau es gehört hatte. Ich sollte mir abgewöhnen mit mir selbst zu sprechen. Kam es Herl, der sich nun wieder gefangen hatte und aufrichtete. Sein Rücken hatte den Sturz gut überwunden, auch wenn er einen dumpfen Schmerz hinterließ. „Scheinbar haben sie mehr mit Zauberern zu tun, wenn man die schon so einfach von der Straße auflesen kann.“ versuchte Herl sich an einen Witz und sah kurz nach einer geeigneten Stelle aus dem Loch zu kommen. „Ach ja Liris mein Name.“ stellte sich Herl mit seinem Pseudonym vor. Er konnte es nicht brauchen, dass jemand seinen richtigen Namen erfuhr und ihn auch darunter jagte. „Und eurer holde Maid?“ fragte er nach, während der von Dreck besudelte Söldner eine Wurzel packte und daran zog. Sie würde ihn halten und damit würde es leichter werden dem Erdloch zu entkommen. Um aus einem übergroßen Grab zu entkommen hält man sich an die knochige Finger fest, die hereingreifen... wie poetisch. Herl musste bei den Gedanken die Augen verdrehen.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am Mi Feb 05, 2014 4:02 pm

Oh Gott! Seine Anspielungen mussten nicht lange auf die Halbelfe einwirken, da hatte sie schon das Wissen, das tief in ihrem Hinterkopf versteckt gewesen war, erreicht. Natürlich! Der Bachlauf. Wie konnte sie nur so dumm sein!
Vorwürfe überkamen sie. Und obwohl sie schon ziemlich lange damit gekämpft hatte, konnte sie eine bestimmte Geste einfach nicht mehr zurückhalten: Lixandra schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und vergrub ihr Gesicht dahinter. Schande… Schande über sie. Nein, im Ernst… das war so unglaublich dumm von ihr. Und sie nannte sich eine Kriegerin! "Oh Gott", gab sie von sich. "Das ist doch kaum zu fassen. Der Bachlauf… natürlich habe ich davon gehört, wie kann man nur so unglaublich blöd sein!“ Sie schaffte es einfach nicht, ihre Selbstvorwürfe für sich zu behalten, sondern sprach ihren Frust direkt aus.  Dann nahm sie die Hand wieder aus ihrem Gesicht und warf einen Blick auf ihr Gegenüber. Hoffentlich streute er ihr jetzt auch noch ordentlich Salz in die offene Wunde, indem er sie in ihren Worten bekräftigte und bestätigte, dass sie wirklich verdammt bescheuert sein musste. Ja, das wäre jetzt sehr aufbauend und angebracht. … Genau genommen as wäre das einfach genau das Richtige, um Lixandra zutiefst  zu deprimieren und ihr Selbstvertrauen für immer zu ruinieren. … Gut, zumindest vorläufig.  
Jedenfalls wäre es für sie nicht verwunderlich, würde er auf ihren Fehlern herumtrampeln. Sie konnte nicht genau sagen warum, aber sie hatte das starke Gefühl, dass er sie nicht mochte. Und nein, das lag natürlich nicht daran, dass er laut fluchend zurückwich und die ganze Umgebung auf den Kopf stellte, als er ihre Heilkünste sah. Nein, es war wohl so etwas wie Intuition, was ihr diese Gefühle vermittelte. Aber davon ließ sie sich nicht beirren, sie ging nur davon aus, noch öfter den einen oder anderen vorwurfsvollen oder gar sarkastischen Ton, Blick oder Geste zu kassieren.
Sie räusperte sich. „Tut mir leid, kam das unerwartet?“, fragte sie nach und klang dabei ziemlich betroffen. Sie fühlte sich fast schon schuldig, dass er so unbeholfen gestolpert war, aber es lag wirklich nicht in ihrer Absicht. "Aber mach dir keine Sorgen, ich bin nur eine gewöhnliche Halbelfe mit bescheidenen Heilfähigkeiten", erklärte sie kurz.  Zum Glück hatten die Kopfschmerzen nachgelassen. Lixandra richtete sich auf und klopfte sich kurz den Staub von ihrer Kleidung, ehe sie die Hände in die Hüfte stemmte und einen Blick auf die Wurzel richtete, an der Liris gerade zog. Würde die Pause noch etwas länger andauern, würde sie bestimmt nicht protestieren, aber sie sollte keine Müdigkeit vortäuschen, sondern wie er versuchen, einen Weg hier heraus zu finden.
„Freut mich, deine Bekanntschaft zu machen, Liris. Mein Name ist Lixandra“, antwortete sie dann. „… und du planst jetzt also, an dieser Wurzel aus dem Loch zu klettern?“, fragte sie nach. Das hörte sich nach einer guten Idee an. Wenn man davon absah, dass Klettern noch nie ihre Stärke war. Schon gar nicht dann, wenn sie ohnehin noch nicht völlig bei Kräften war. Entmutigt musterte sie die Wurzel. Sie hoffte ja insgeheim darauf, dass er ihre Frage verneinte und ihm plötzlich Flügel wuchsen, aber ... realistisch betrachtet sollte sie sich wohl einfach mit einer Klettereinlage anfreunden.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am Do Feb 27, 2014 11:23 pm

Egal was das für ein Magierweibchen war, was sich Herl da angelacht hatte, sie wirkte so professionell wie ein besoffener Scharfschütze, einen dauerkloppenden Idioten und ein toter Anführer zusammen. Ich würde meinen Job verlieren, wenn ich so drauf wäre. Ja Herl, dein Job wäre wohl nicht dein einziges Problem, wenn du in solch offensichtliche Fallen latschen würdest!
Doch kaum war das Thema überwunden kam sie schon mit einem ganz anderen, ihrer Magie. Überraschend ist gut, Hätte ich mein Gewehr in der Hand gehabt wäre unter Umständen eine Kugel geflogen. „Man trifft nicht häufig Magier, vor allem keine die so offenherzig mit ihrem Geheimnis umgehen.“ Kam es lakonisch von Herl, während er sich darauf konzentrierte aus dem Loch zu kommen. Hoffentlich konnte das Fräulein Klettern, er wüsste nämlich nicht wie er die Gute sonst so schnell aus dem Loch bekommen würde. Doch kaum war Herl weg von dem Boden hörte er schon etwas von Halbelfe. Menschen und Elfen das geht? Kurz hielt der Auftragsmörder inne, ehe er den Kopf schüttelte. Gar nicht fragen, ist besser so. Er konnte sich vorstellen, dass  hinter so einer Beziehung eine Private und sicher auch schwierige Beziehung bestand. Wo sollte man den da bitte Leben? Immerhin hatten die Elfen, so weit er gelesen hatte, Gesellschaftlich so quasi gar keine Berührungspunkte mit den Menschen. Nicht mal mit den Kelten und die galten ja schon als halbe Höhlenmenschen und Baumkuschler. „Nein ich versuche es nicht, ich bin dabei.“ Kam es von dem Söldner, ehe er es schaffte über den feuchten Rand zu greifen. „Tu mir aber das nächste mal den Gefallen... ugh...“ Herl war zwar trainiert, aber selbst das wenige Klettern und vor allem das über die Kante ziehen war ein kleiner Kraftakt. Vor allem weil er selbst ja nun alles andere als Ausgeruht war. „... und nimm das nächste mal eine Karte mit, wenn du die Umgebung nicht kennst.“ Doch kaum war der Scharfschütze mit den Beinen über den Vorsprung lehnte er sich mit dem Körper wieder etwas herunter und hielt der Frau anbietend die Hand hin. „Besser wir ziehen uns weiter in den Wald zurück und schlagen dann ein Lager auf. Ich zumindest hab keine Lust, doch noch besucht zu werden.“ Mit diesen Worten hielt sich Herl mit einer Hand an einem Baum fest um nicht abzurutschen, während er mit der anderen die Frau hochziehen wollte. Da er allerdings kein Riese war würde sie erst noch etwas klettern müssen.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am So März 02, 2014 8:26 pm

Zu ihrer Erleichterung sagte Liris nichts mehr zu der Sache mit der Straße. Sie unterdrückte ein erleichtertes Seufzen. Jetzt standen die Chancen wieder gut, dass sie sich ihre Patzer von vorhin ausbessern konnte. Jetzt konnte sie endlich einen vernünftigen Eindruck vermitteln und wie eine ernstzunehmende Kriegerin wirken … zumindest dachte sie das. Magier, die so offenherzig mit ihrem Geheimnis umgehen, sagte er. Die Worte trafen sie hart, und er kritische Unterton, der in seiner Stimme mitschwang, konnte nicht klarer herausstechen. Er traf sie – wie die Sache mit dem Bachlauf – mitten in den Stolz.
Das war jetzt schon der zweite Fehler, der ihr unterlaufen war. Was sollte das denn? Normalerweise war sie doch nicht so ein Trottel. Auch wenn sie zu ihrer Verteidigen sagen musste, dass sie nichts dafür konnte, dass sie dazu gezwungen war, ihre Fähigkeiten zu zeigen! „Was heißt hier ‚offenherzig‘“, fragte sie etwas schnippisch. Aber nachdem ihr aufgefallen war, wie ertappt sie sich damit wohl gab, fügte sie nach einem kurzen Räuspern Folgendes hinzu: „Wenigstens habe ich nicht mit einem Schild herum geschwenkt, auf dem ‚Ich bin eine Halbelfe, bitte in diese Richtung schießen‘ oben steht. Das wäre vermutlich schlimmer gewesen.“

Während sie das sagte, beobachte sie Liris bei seinen Kletterkünsten. Bei ihm sah das so leicht aus – immerhin schaffte er es, ihr nebenbei Ratschläge für die Zukunft zu erteilen. Obwohl er mit seinen Worten Recht hatte – sie sollte sich wirklich eine Karte zulegen – nahm sie den Ratschlag nur ungerne an. Nur leider war die Einzige, die sich deswegen einen Nachteil verschaffte, sie selbst …  darum versuchte sie, die aufkommende Sturheit zu verdrängen, aber so einfach war das nicht. „Ich werde nächstes Mal daran denken“, antwortete sie murmelnd. Und dann war sie dran. Jetzt war es an der Zeit,  Glück beim Klettern zu versuchen. Sie griff nach der Wurzel und versuchte mit aller Kraft, sich einen Weg nach oben zu bahnen. Es war anstrengend, aber immerhin funktionierte es trotz der schlechten Startbedingungen. Sie kam langsam voran und bemerkte dann auch schon, dass Liris ihr seine Hilfe anbot.
Erneut packte sie die Sturheit und sie zog es in Erwägung, stur gerade aus zu starren und sein Angebot zu ignorieren. Sah sie aus, als würde sie Hilfe benötigen? Nein, tat sie nicht. Aber just in diese Sekunde, in der sie sich selbst erfolgreich abgelenkt hatte, wagte sie einen Fehlgriff und drohte, den Weg wieder nach unten zu fallen. Sie gab ein erschrockenes „Wah“ von sich und schaffte es aber, zu ihrem Glück, gerade noch so, reflexartig nach seiner Hand zu greifen und neuen Halt zu gewinnen.
Und schon kehrte die Selbstkritik zurück. Das alles hier lief nicht gerade nach Plan. Wirklich nicht. Sie sparte sich jedoch sämtliche Kommentare, kletterte nach einer kurzen Gedenksekunde, in der sie das alles hier gedanklich verfluchte, weiter, und schaffte es dann ebenfalls über den Rand hinaus.
Oben angelangt, atmete sie kurz durch und warf einen Blick durch die Umgebung. „Der Plan klingt gut“, bestätigte sie dann. „Und danke für die Hilfe.“ Als sie ihren Dank aussprach, versuchte sie gar nicht, sich zu einem Lächeln zu zwingen. Das würde nämlich garantiert so gezwungen aussehen, dass sie schon wieder lächerlich wirken würde… und das konnte sie jetzt gerade überhaupt nicht gebrauchen.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am Do März 20, 2014 7:16 pm

Der Scharfschütze ging nicht weiter auf die empörte Entgegnung der Magierin ein. Er musste vor einer ziemlichen Anfängerin stehen, so viel war schon mal sicher, aber dennoch war Herl ihr nicht böse. Gut dieser ganze Magiekram und das mit den Eltern hatte ihn ziemlich verwundert, aber immerhin war sie nicht feindlich. Im Gegenteil, es war angenehm mal jemanden zu treffen, der nicht gleich vor hatte ihn zu lynchen. Seit seiner Flucht hatte er das gar nicht mehr gehabt, also konnte Herl seinen menschlichen... ehm elfischen... ehm Irgendwaskontakt mal genießen. Auf den spitzen Kommentar hin musste Herl dann aber doch grinsen. „So?“ Blöd das sie kein Schild dabei hatte, Herl hätte dass dann wenigstens nicht übersehen können und die Halbelfe sicher gerettet.
Aber diesen und etwaige andere Kommentare verkniff er sich. Nachdem die beiden ihr Lager aufgestellt hatten würde er wohl versuchen müssen ihre Route zurück zu verfolgen um das nächste Dorf zu finden und die Frau abzuladen.
Wenigstens nahm sie sich den Tipp mit der Karte zu Herzen, auch wenn es Herl irgendwie lieber wäre die Frau hinter einem Herd zu sehen. Das hatte natürlich nichts mit einem allgemein verschobenen Frauenbild zu tun, nur so wie sich Lixandra anstellt müsste sie aufpassen nicht bald wieder in eine solche Situation zu geraten und Herl konnte bei weitem nicht jeden retten. Dieses mal hatte ihn schon unverhältnismäßig arg in Gefahr gebracht.
Dafür war das Elfen-Mensch-Mischmagiedingends, allerdings recht zielstrebig, auch wenn sie es wieder schaffte beim hochklettern zu versagen. Als sich so schnell und unkontrolliert das Gewicht verlagerte keuchte Herl kurz auf, schaffte es aber den plötzlichen Zug zu kompensieren. Diese Rüstungsteile machen sie viel zu schwer. Wer trug überhaupt so was mit sich? Damit war man ja weder richtig Geschützt, noch richtig beweglich. Kämpfte sie also als so eine Art Zwischending? Na ja, Herl wollte es eigentlich gar nicht wissen.
Als die Frau dann endlich aus dem Loch war bedankte sie sich für die Hilfe und kommentierte den Plan. Natürlich war er gut, alles war besser als hier zu bleiben! „Gut, dann auf.“ Sagte Herl kurz angebunden und schlug den Weg richtung Norden ein. Wenn er die Karte und seine ungefähre Fluchtroute noch richtig im Kopf hatte würde es einerseits weg vom Weg und andererseits in die Richtung einer kleinen Stadt führen. „Was machst du überhaupt hier?“ Fragte der Scharfschütze nach einiger Zeit. Niemand reiste einfach so umher. Entweder war man wegen irgendwas verstoßen worden, oder man hatte andere Sorgen, die einen in die Ferne trieben. Sonst verließ man Heutzutage nur selten die schützenden Mauern einer Gemeinschaft.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am Do Mai 08, 2014 9:53 pm

Nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war sie rückblickend ziemlich froh darüber, dass Liris ein vernünftiges Reaktionsvermögen hatte. Zusätzlich war sie froh, dass er keins der Themen wieder aufgegriffen hatte. Vielleicht war die Chance, sich halbwegs vernünftig zu präsentieren, doch noch nicht so verloren, wie sie dachte.
Ihre Begleitung schien eine konkrete Ahnung davon zu haben, wo sie sich befanden und in welche Richtung sie gehen mussten. Lixandra war nämlich, in Anbetracht der Situation, zu konzentriert auf Überleben gewesen, um sich zu merken, in welche Richtung sie gelaufen waren. Sie seufzte kurz und leise auf – bereit, um den ganzen Weg auf sich zu nehmen und folgte Liris daraufhin. Sie holte den Abstand wieder auf und lief neben ihm her, stets darauf bedacht, ihm die Führung zu überlassen.
Bevor sie sich in das nächste Gesprächsthema stürzte, schaute sie sich um. Es schien niemand in der Nähe zu sein, der ihnen etwas antun wollte – zumindest wirkte es so auf sie. Irren konnte man sich immer, auch wenn sie hoffte, dass dem nicht so war. Obwohl die Gegend ruhig wirkte, rechnete sie, rein vorsichtshalber, jederzeit mit einer überraschenden Wendung.
Langsam wurde die Ruhe, die eingekehrt war, aber ungemütlich – nur Lixandra wusste nicht so recht, was sie sagen sollte. Vermutlich war es besser, wenn sie nicht wie ein sorgloses Mädchen ein Gespräch anfing und darauf los quasselte, sondern jegliches Wort Liris überließ. Klar, sie könnte ihn fragen, ob er Ahnung hatte, wo es lang ging - aber ganz ehrlich, sie war sich sicher, dass dem so war. Auch andere Gesprächsthemen dieser Art hielt sie für eher unangebracht, also verhielt sie sich lieber ruhig.
Zu ihrer Überraschung dauerte es aber nicht lange, bis er das Schweigen durch eine – so hörte es sich zumindest an – beiläufig gestellte Frage brach. Lixandra warf einen Blick zu ihm, der eine Mischung aus Entsetzen und Hoffnungslosigkeit darstellte.
Von allen Fragen, die er stellen könnte, musste es genau diese sein, stellte sie trocken fest. Jetzt galt es zu überlegen, was sie darauf antwortete. Sie hatte sich nicht sonderlich beliebt gemacht und einen wirklich selbstsicheren Eindruck machte sie wohl auch nicht – war es dann taktisch klug ihm erzählen zu wollen, dass sie ihre sichere Heimat verlassen hatte, um anderen zu helfen?
Warum nur hatte sie das ungute Gefühl, dass er in lautstarkes Gelächter ausbrechen und sämtliche Menschen, die sich in diesem Wald befanden, auf sich aufmerksam machen würde?
Aber hey, bisher hatte man ihr ihre Beweggründe auch immer – zurecht! – geglaubt. Dass hier alles schief gelaufen war, war ein unglücklicher Zufall. Jedenfalls kein Grund, die Wahrheit zu verleugnen, beschloss sie kurzerhand.
„Ich reise – wie man vielleicht bemerkt hat – ohne wirkliches Ziel durch das Land“, setzte sie an und warf einen abschätzenden Blick zu ihm, um eine etwaige Reaktion abschätzen zu können. Noch schien er alles in Ordnung zu sein, also sprach sie weiter. „Die einzige Aufgabe, die ich für mich selbst erkoren habe, ist es, anderen zu helfen, wenn sie in Not sind“, erklärte sie weiter. „Bisher hat es immer gut geklappt, normalerweise bin ich nicht auf Hilfe angewiesen!“, fügte sie schnell hinzu. „Du bist da nur eine unglückliche Ausnahme, ... ich wünschte mir auch, dass dem nicht so wäre.“ Jetzt galt es zu hoffen, dass es durch die Rechtfertigung nicht so wirkte, als wäre das eine offensichtliche Lüge - oder einfach nur pure Einbildung.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am Do Mai 29, 2014 9:12 pm

Lixandra war scheinbar ziemlich verunsichert. Sie sprach lange nichts und klemmte sich nur an Herl. Ihm gab es etwas Zeit weiter über ein mögliches Lager nachzudenken. Sicher waren so nah am Bauchlauf die meisten guten Punkte bereits vergeben und der Söldner wollte es vermeiden unbedacht in eine Patrouille oder gar gleich in ein feindliches Lager zu laufen. Andererseits gab es auch keine Garantie, dass die beiden nicht überrascht werden würden, während sie ruhen. Wachen und ein Versteck würden wichtig sein, vielleicht sogar noch ein paar Fallen? Nein, das würde zu lange dauern und die Aufmerksamkeit erst recht auf uns Lenken. Wir sollten darauf bauen nicht gefunden zu werden! Wehe Lixandra schnarchte!
Doch Lixandra erzählte auf nachfrage von ihrem Ziel, woraufhin die Augenbrauen des Söldners ein paar Zentimeter nach oben glitten. War sie nicht eine Magierin? Sie könnte so viel gutes tun, ganz ohne sich dieser Gefahr auszusetzen. Aber nicht in England. Hier hätte sie noch Glück in die Hände eines Adeligen zu fallen. Und da könnte sie Froh sein, wenn sie alle paar Wochen den Schnupfen eines Familienmitgliedes heilen dürfte, während wo anders Pest und Cholera grassierten. Wieso müssen manche Menschen auch nur so scheiße sein? Herl wusste von vielen Menschen, guten Menschen die in diesen rauen Zeiten auch unentgeltlich halfen und sich einsetzten. Also glaubte er der Magierin einfach mal. „Das nächste mal...“ setzte Herl an, brach aber dann mitten im Satz ab. Er hatte ihr schon den Tipp mit der Karte gegeben und der Tipp sie solle kein so großes Risiko einzugehen würde sie hoffentlich nicht brauchen. „... kannst du ja versuchen jemand anderen den Hals aus der Schlinge zu ziehen. Dann kannst du damit prahlen.“ beendete er leicht verspätet den Satz. Eigentlich wollte er ihr etwas vollkommen anderes sagen, aber das ließ er jetzt mal aus'n vor.

Der Ruf einer Lerche erweckte Herls Aufmerksamkeit. Er hatte schon lange nicht mehr aktiv der Natur lauschen können und eigentlich dürfte er es sich auch jetzt nicht erlauben. Dennoch war es gut zu wissen, dass in diesem Wald nicht nur Banditen unterwegs waren. Etwas weiter entfernt machte Herl auch ein leises rascheln in einem Busch aus, ehe er aus dem Augenwinkel ein Eichhörnchen einen Baum heraufjagen sah. „Wir sollten bald rasten. Hast du noch deine Ausrüstung?“ Stimmt, das hatte er ganz vergessen zu fragen. Selbst er als jemand der schon lange und oft in der Wildnis war brauchte so was wie ein Grundzubehör.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Lixandra am So Jun 29, 2014 4:27 pm

Ein Satz, der mit „das nächste Mal“ anfing, konnte ja nur in einer Moralpredigt enden. Oder in sonst irgendeinem super schlauen Ratschlag. Lixandra stellte sich schon mal darauf ein, irgendetwas in diese Art zu hören zu kriegen und freundete sich vorsichtshalber mit dem Gedanken an, sich nicht zu sehr zu grämen.
Auch wenn es unnatürlich länger dauerte, ehe er seinen Satz beendete, bekam sie schlussendlich doch die zweite Hälfte zu hören. Anders als erwartet, war es aber nur ein nett gemeinter Tipp. Sie warf ihm einen skeptischen Blick zu. War das wirklich, was er ihr damit sagen wollte? Na ja, sie gab sich einfach damit zufrieden, keine Standpauke zu hören. „Mal sehen, was sich machen lässt“, erwiderte sie auf seine Worte hin.

Während die beiden sich einen Weg durch den Wald bahnten, nutzte Lixandra die Ruhe, um sich Gedanken über ihre weitere Vorgehensweise zu machen. Um ehrlich zu sein wusste sie nicht so recht, wie lange sie sich Liris noch aufdrängen konnte, ohne dass sie ihm zur Last wurde. Der Vorschlag, ein Lager aufzuschlagen, kam immerhin von ihm, also brauchte sie sich bis morgen Früh nicht mit einem schlechten Gewissen zu quälen. Bis dahin wäre es allerdings nicht schlecht, herauszufinden, was ihre vorübergehende Begleitung für Pläne hatte und Ziele verfolgte.
Gerade als sie sich dazu entschlossen hatte, sich in diese Richtung zu informieren, stellte auch er ihr eine Frage, über die sie selbst noch gar nicht richtig nachgedacht hatte. „Meine Ausrüstung?!“, wiederholte sie. Um ehrlich zu sein fiel ihr erst jetzt auf, dass die beim Überfall hätte verloren gehen können. Sie tastete zu ihren Gürteltaschen und zu ihrem Beutel, den sie immer mit sich trug und atmete erleichtert auf, als sie feststellte, dass nichts verlorengegangen war. Alles schien noch da zu sein, wo es hingehörte.  Gut.
„Ich habe nichts gegen eine Rast einzuwenden. Und ja, ich habe meine Ausrüstung noch“, antwortete sie. „Hast du schon einen geeigneten Lagerplatz gefunden? Ich glaube, du hast für heute bewiesen, dass du ein besseres Gespür für sichere Orte hast“, gab sie zu. Und dass er sich hier im Wald besser zurechtfand und auskannte... was wiederum ein wenig seltsam war, immerhin war sie hier die Elfe … und die verband man doch automatisch mit Natur und sowas. Aber was sollte es, ein wenig Individualität hatte noch keinen umgebracht.
Trotzdem hielt sie auch nach einem Rastplatz Ausschau. Liris die ganze Arbeit machen zu lassen, fühlte sich dann auch wieder nicht richtig an.
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Re: Die Straße "Am Bachlauf"

Beitrag von Herl am Do Jul 17, 2014 8:04 pm

Lixandra kommentierte noch knapp Herls Ratschlag, der mehr Ausfluchtcharakter gehabt hatte. Dafür hatte sie aber wenigstens einen einfache Antwort auf Herls Frage. Gürteltaschen? War das wirklich alles was eine Halbelfe in einem Wald gebrauchen konnte? Alleine schon ein Messer zum Zerlegen von Beute war wichtig, hinzu kamen Werkzeuge wie Feuersteine, Trinkflaschen, Waffen, oder Verbände. Gut letzteres wird sie nicht brauchen. Dennoch reiste die junge Dame mit erstaunlich wenig Ausrüstung herum. Selbst jemand wie Herl hatte mindestens noch ein Buch dabei, das sich mit Pflanzen und Monsterarten beschäftigte. Zwar kannte er das meiste, vor allem die essbaren Komponenten, aber spätestens wenn es um Gifte ging oder um Besonderheiten bei der Zubereitung wäre er aufgeschmissen. Nicht wenig von der Fauna und Flora konnte bei falschen Kochen eben so tödlich sein. Andererseits ist sie auch eine Halbelfe, vielleicht wirkt da so etwas nicht... Oder die besonders naturaffinen Lebewesen hatten so was einfach im Kopf. Elfenbonus ftw oder so...
Aber dieser Gedanke wurde sofort wieder zerstört als die Elfin Herl die Suche nach einer Raststätte überlassen wollte. Ernsthaft? Und dabei hatte er gerade so viel Hoffnung in das Mädel gesteckt. Sie sollte sich besser einen Platz unter den Kelten suchen, einen Mann heiraten und dort Sesshaft werden. Was sie da gerade abspielte war ja echt... das erinnerte ihn an einen Roman, den er vor einiger Zeit gelesen hatte. Da kam eine Stadtfrau durch die Forschungen ihres Verwanden in einen riesigen, fremden Wald in dem Menschenähnliche, behaarte Viecher wohnten, die einen Jungen aufgezogen hatten. Natürlich verliebte sie sich in den Mann und... ach das Buch war eh komisch, Herl sollte nicht darüber nachdenken. Dennoch erinnerte die unerfahrene Städterin ihn gerade sehr stark an Lixandra.

Dennoch hielt der Söldner die Augen offen. „Da hinten.“ meinte er nach einiger Zeit, sprang über eine Wurzel und besah sich diese. Es war die große, mächtige Wurzel eines Baumes, der sicher schon so seine 2 3 Jahrhunderte gesehen hatte. Sie hatte sich aufgewölbt und die Erde unter ihr weggedrückt. In der Hocke vor dem Gebilde schaute der Söldner in das Gebilde und schnupperte. Sie war etwa einen halben Meter hoch und lang genug um die beiden Menschen zu beherbergen. „Versteckt, unbewohnt und sogar schützend vor dem Regen. Willst du innen liegen, oder soll ich?“ Klar war das Ding nicht gerade breit und die beiden würden dicht aneinander schlafen müssen, allerdings war alles besser als bei Nacht unterwegs zu sein, oder sich Räubern auszuliefern.
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