Nördliches Bergland

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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Sia am So Okt 05, 2014 2:02 pm

Sia konnte einfach nicht verstehen, was so wichtig daran war ein Land zu beschützen. Gut wenn jemand versuchte die Ernte niederzubrennen, oder alle Tiere aus einem Jagdgebiet vertrieb, dann konnte man auch mehr Schützen als sein eigenes Haus, aber sich wegen einpaar Öde Felsen, die man nicht mal behalten durfte die Köpfe einzuschlagen? Die Werwölfin hatte für so etwas kein Verständnis. Kriege waren in ihren Augen einfach nur schrecklich und sollten wann immer möglich vermieden werden. Das Menschen so etwas instrumentalisierten um die Wirtschaft anzukurbeln war schon schlimm genug, doch Skalli hatte nicht mal diese Ausrede. Andererseits lebte der Werwolf wohl in einem ziemlichen Mikrokosmos und würde einen wirklichen Krieg nicht beurteilen können. Herje, für ihn waren sicher schon 20 Leute eine rießen Ansammlung, was wäre nur wenn sie ihn mal London zeigen würde? Wahrscheinlich würde er ganze Straßenzüge für sich beanspruchen und einen jeden Kloppen, der sich in die Nähe wagte.
Doch dann gab Skalli auch noch von seinen Fähigkeiten an. So beeindruckend ist er nun auch wieder nicht gewesen! Immerhin konnte ihn selbst Kleinsia ausschalten und sie hatte keinerlei militärische Ausbildung genossen. Gut sie hatte so ein paar Tricks mit dem Messer drauf, aber wenn sie darüber nachdachte was es für Leute gab, war es ein Wunder dass der Werwolf selbst nicht bereits einen Satz heiße Ohren bekommen hatte. Alleine wenn Sia an die gefürchteten Piraten, oder an Auftragskiller dachte. Aber gut, hier auf den Bergen ließ es sich wohl schlecht segeln und wirklich viel Geld verdiente man so weit weg von den großen Städten wohl auch nicht.

Aber all das Sprach Sia mal nicht aus, als sie ihrem Artgenossen hinterherstiefelte. Erst war er recht langsam unterwegs, verfiel aber in einen immer schnelleren Trab. Soll das ein Wettlauf werden? Vielleicht hatte das Hundiwundi aber wirklich angst vor den Kreaturen der Finsternis und beeilte sich deswegen so sehr. Vor dem kleinen Löchlein blieb Sia dann allerdings kurz stehen. War das sein ernst? Eine Höhle? Was kam als nächstes? Würde er ihr einen angenagten Kaninchenkopf als Abendessen anbieten? Das der Typ mächtig eine an der Klatsche haben musste wusste Sia ja, aber das? Wetten es gab da drinnen nicht mal einen Herd, oder Flaschen um Wasser zu lagern? „Und da sollen mal die Leute aus den Armenvierteln noch mal murren.“ Kam es Kopfschüttelnd von Sia, ehe sie eintratt um gleich darauf angewiesen zu werden zu warten. Wenigstens war es geräumiger als Sia erst angenommen hatte. Noch ein paar Möbel, hier vielleicht noch ein Tisch und dort ein Ofne und es sieht sogar fast heimelig aus. Dachte sich die Werwölfin ehe Skalli zurück kam. Diesmal sogar mit mehr bekleidet als mit ihren Sachen. Halbnackt war er dennoch. „Weißt du, ein Shirt zu tragen würde dich nicht umbringen.“ meinte sie Kopfschüttelnd, doch schon wurde Sia zum Feuerdienst abgestellt. „Moment mal!“ kam es von der Werwölfin. „Für wen hältst du dich eigentlich so mit mir zu reden?“ Fragte Sia als sie sich das halb vergammelte Holz ansah. Es musste schon seit Jahren dort liegen und verfallen. „Zudem dass der Höhleneingang viel zu tief liegt. Der Rauch kann nicht richtig abziehen, im Schlimmstenfall könnte das Feuer die Höhle in eine Todesfalle verwandeln. Hast du dich überhaupt jemals mit so etwas beschäftigt?“ Was für ein großer Überleber und Krieger Skalli doch war. Beeindruckend das er sich nicht schon längst selbst umgebracht hatte mit solchen Einstellungen.
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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Skalli am Di Okt 07, 2014 9:11 pm

Skalli fühlte sich in seiner Höhle nun schon um vieles besser. Das hier war sein Revier und er konnte selbst entscheiden wohin er ging und was er tat. Doch Sia schien wohl nicht gerade zufrieden zu sein und sagte schon wieder irgendwelche Worte, auf die er nur mit einem leisen Knurren  antwortete. Der Werwolf hatte noch nicht einmal richtig zugehört und so bekam er auch nicht wirklich mit, was sie eigentlich gesagt hatte. Besonders auf den Kommentar mit dem Shirt ging er nicht ein, sondern sah sie nur mit verengten Augen an. ~ Ich kann doch tragen was ich will und ein Shirt habe ich bis jetzt noch nie gebraucht, es reicht doch ein Mantel und eine Hose. ~ Sein Körper hatte sich an die Kälte gewohnt und war dagegen relativ resident. Zwar spürte er genauso die Kälte und würde erfrieren wenn er ohne nichts im Schnee schlief. Aber genauso konnte er eine längere Zeit ohne Gewand aushalten, ohne viele Schänden davon zu tragen. Als Wolf fühlte er die Kälte, ja dann doch komplett anders als wie als Mensch. Eine Weile ging er einfach hin und her und überlegte, was er jetzt machen sollte. Das Mädchen schien wohl nicht so oft draußen zu schlafen, wenn er sie so betrachtete. Skalli konnte sich aber genauso täuschen. Deswegen hatte er auch das mit dem Feuer gesagt.
Jedoch schien sie seine Worte falsch aufgefasst zu haben.Ich habe nicht gesagt, das du eins machen musst! Sondern das du da eins machen kannst, wenn dir kalt ist.“, rechtfertigte er sich mit einem etwas zischenden Ton. Seine Augen wirkten für einen Moment im Dunkeln der Höhle ein wenig wölfisch und er zeigte leicht die Zähne. In Menschengestalt, sah diese Geste jedoch mehr lächerlich als drohend aus. Für Skalli war es jedoch zu einem Instinkt geworden die Zähne zu zeigen, egal ob Mensch oder Tier. Ich brauche kein Feuer. „ Das er nicht einmal wusste wie man ein Feuer entzünden konnte, gab er erstmal nicht zu. Skalli erwartete dann nur einen weiteren nicht gerade tollen Kommentar dieser äußerst seltsamen Frau. Kurz fiel ihm dann ein, dass er ja ihren Mantel noch hinten gelassen hatte und verschwand nochmal kurz in den hinteren Teil. Augenblicke später, stand er mit dem Kleidungsstück in der Hand wieder da. „Willst du den noch haben?“ Sonst würde er es behalten und als Unterlage benutzten, auch als Wolf lag man durchaus gerne weich. Während er auf ihre Antwort wartete sah er sich wieder in der Höhle um. Jetzt wo noch jemand zweites in ihr war, kam sie ihm recht schmutzig und klein vor. ~Ich bin zufrieden damit. Keiner sollte etwas dagegen sagen. ~ Jetzt wusste Skalli jedoch nicht mehr was er sagen sollte und verfiel in sein großes Schweigen. Alles was er tat, war seine Artgenossin zu beobachten.
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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Sia am Di Okt 07, 2014 9:38 pm

Skalli legte rückte zwar die Fakten gerade als er darüber sprach, dass das mit dem Feuer nur ein Angebot war, dennoch blieb für Sia bei der ganzen Sache ein übler Nachgeschmack. Der Typ war  ziemlich dominant für jemanden, den sie mit eingekniffenen Schwanz auf die Bretter geschickt hat. Und ich sollte nach so einem knappen Sieg mich nicht so aufblähen. Auf eine Wiederholung hatte Sia zumindest keine Lust.
Zwar steckte noch immer in jeder seiner Gesichtszüge abscheu, doch hatte er sich zumindest irgendwie entschuldigt und konnte man es ihm wirklich übel nehmen, dass er als jemand der sein ganzes Leben lang alleine war derartig handelte. Sia seufzte während der Mann sich noch weiter rechtfertigte. Natürlich brauchte er kein Feuer! Wie Sia schon sagte, jemand mit mangelnder Erfahrung damit musste die Stelle aufgestellt haben. Einmal zu hoch oder zu lange die Flammen geschürrt und schon würde zu viel Rauch nach oben ziehen und nach und nach zu einer Falle ohne Wiederkehr machen. Dann ging Skalli auch wieder um gleich danach Sia ihren Mantel zurück zu geben. „Ja den brauch ich noch.“ sagte sie nun etwas versöhnlicher und schenkte Skalli sogar ein Lächeln. „Ich glaub wir beide haben uns auf den falschen Fuß erwischt. Wie wäre es wenn wir uns einfach mal etwas vertrauter machen?“ kam es von Sia, während sie zu ihrer Tasche ging und zwei grobe Decken herausholte. Eine für den Boden eine um sich abzudecken, wie es sich gehörte. „Dann fang ich mal am besten an, was?“ fragte sie während sie sich eine Decke ausbreitete um darauf sitzen zu können. „Wie du schon weißt heiße ich Sia Asmodai und ich komme Bolton. Zuletzt gearbeitet habe ich als Bedienung in einer Kneipe in London, so zu sagen der Hauptstadt der Menschen.“ Erzählte sie kurz, ehe sie auf ihre tierische Hälfte zu sprechen kam. „Zum Werwolf wurde ich gemacht, erst dachte ich ein Hund hätte mich damals in meiner Heimatstadt angegriffen, aber na ja dem war wohl nicht so. Das muss jetzt 8 Jahre her sein, vielleicht sogar schon 9. Seit dem reiße ich umher und versuche unter den Menschen nicht all zu sehr aufzufallen.“ Die Trennung von ihren Geschwistern sprach Sia mal nicht an, dennoch rieb sie sich unbewusst über ihr Tattoo, als sie von der verhängnissvollen Nacht erzählte. „Und du? Du wurdest doch als Werwolf geboren, wieso gibt es dann kein Rudel oder Verwandschaft in der Nähe?“ fragte Sia dann wissbegierig nach.
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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Skalli am Di Okt 07, 2014 10:42 pm

Sia schien dann ein wenig zu begreifen, das er es anders gemeint hatte und er nickte leicht zufrieden. Wenigstens etwas war voran gegangen. Zuerst hätte er erwartet, dass sie den Mantel nicht zurück haben wollte, doch am Ende tat sie es doch und so gab er ihr das Kleidungsstück wieder zurück. „Hätte so oder so nicht viel damit anfangen können.“, brummte Skalli vor sich hin. Seine Haltung war noch immer recht abweisend, hatte sich jedoch schon um ein kleines bisschen gebessert. Er versuchte, auch wenn es nicht ganz so leicht war, normal mit ihr zu sprechen und nicht jedes Mal den Drang zu verspüren sich auf sie zu stürzen. Langsam war er auch gewillt zu glauben, dass sie seinem Gebiet nichts böses wollte. Immerhin jetzt gerade schien sie sich nicht dafür zu interessieren. Ein weiterer Punkt, der ihm half ruhig zu bleiben. Seine Augen beobachteten, wie sie eine Decke aus der Tasche holte und wenig später noch eine. Woher hatte sie das alles nur? Irgendwas schien in ihr dann umgeschaltet zu haben, denn in einem Moment war sie frech und sagte einfach was sie dachte und dann jetzt sprach sie ganz plötzlich so unheimlich freundlich. Misstrauen schlug wie eine Welle durch seinen Körper und er versteifte sich kurz. Doch dann stieß er zischend die Luft aus und ging langsam näher zu ihr. Ließ sich jedoch auf dem Boden anstatt auf der Decke nieder.
Sie hatte nun begonnen etwas von sich zu erzählen. Also lebte sie bei Menschen und arbeitete auch für sie. So wie er es früher getan hatte, bevor er sich in die Wildnis begeben hatte. Erst als sie darüber sprach, wie sie zum Werwolf wurde, hörte er vollkommen zu. Skalli selbst hatte keinen anderen Artgenossen mehr getroffen, seit dem er das erste Mal den Hof verlassen hatte. Das man auch gebissen werden konnte, hatte er dann auch erst heute erfahren.
Wie das?“, fragte er leise und sah sie an. „Also gebissen zu werden? Wenn man geboren wurde, war der Körper ja eigentlich schon immer darauf vorbereitet, sich irgendwann zu verwandeln. War das dann für Gebissene ganz anders? Skalli zog leicht die Beine an und schlang die Arme darum. Es war eigentlich eine recht menschliche Geste und ließ so für einen Moment das Wolfhafte an ihm verschwinden. Ich wurde hier in der Nähe geboren. Nicht in dieser Höhle, eine weiter weg bei den Klippen. „ Er konnte jetzt nur das sagen, was er von seiner Mutter wusste. Eigentlich wusste Skalli nicht einmal warum er es Sia erzählte. Vielleicht weil er einfach schon so lange nicht mehr gesprochen hatte und er hatte doch irgendwo noch das Herzen eines Menschen. „ Meine Mutter war alleine und deshalb musste sie zu einen der Höfen um dort zu arbeiten. Sobald ich alt genug war musste ich auch arbeiten. „ Er machte eine kurze Pause. „Als dann viele Winter ins Land gegangen waren, verwandelte ich mich dann plötzlich. Zuvor hatte ich mich mit jemanden gestritten und es war Vollmond.Skalli blickte  Richtung Ausgang. „Meine Mutter hatte mir nie gesagt was ich war und es... es war nicht gerade schön, sich einfach zu verwandeln. Aber irgendwann habe ich das Wolf sein genossen und bin in den Wald gezogen.“ Was dazwischen geschehen war, hatte er ausgelassen. Es war etwas was wohl niemanden interessieren würde.
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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Sia am Di Okt 14, 2014 6:41 pm

Es war interessant zu sehen wie Skalli nun versöhnlicher wurde und sich sogar hinsetzte, obwohl ein jedes Kind wusste, dass man aus dieser Position heraus so wenig tun konnte. Doch die Frage die er danach stellte war Merkwürdig. „Meinst du wie es ist gebissen zu werden, oder wie es möglich ist, das aus einem Mensch ein Werwolf wird?“ fragte Sia und zuckte mit den Schultern. Wie es war ein paar Zähne in sich vergraben zu bekommen musste er als stolzer Überlebenskünstler doch sicher wissen. „Ich bin kein Arzt, was dabei passiert weiß ich eben so wenig, wie das wieso. Mich hatte einfach nur irgendwann so eine Thöle angegriffen und ich hab geschrieen. Ich hatte Angst und der Schmerz... Vielleicht liegt es daran, dass ich in meinem früheren Leben so was noch nie fühlen musste, aber ich hatte erst gedacht er zerreißt mich. Die Änderungen kamen dann mit der Zeit, ich konnte besser Riechen und meine Augen wurden schlechter. Jeden Tag ein Stück! Ich hatte erst Angst es könnte eine Infektion sein, die mir mein Augenlicht nimmt und ich würde nie wieder auf den wichtigsten Sinn eines Menschen zurück greifen können...“ Sia fiel kaum auf wie melanchonisch ihre Stimme wurde. Es war irgendwie gut sich mal jemanden anvertrauen zu können, endlich auf jemanden zugehen zu können und das ganz ohne Furcht für die bloße Existenz, für die Zugehörigkeit einer Rasse, gejagt und verachtet zu werden. Nein Skalli hasste sie höchstens für den Messerstich in der Seite. „Und dann wurde alles ganz...“ Sia suchte ein passendes Wort. „komisch.“ Okay, mit einem Preis für übragende lyrische Leistungen hatte sie nun nicht mehr zu rechnen. „Die Stadt machte mir Angst, selbst meine Familie machte mir Angst und ich wollte nur noch weg. Die Verwandlungen ließen nicht lange auf sich warten und es war unkontrollierbar. Ich musste erst lernen damit umzugehen und diese eigenartigen Regungen. Ich hätte früher nie einfach rohes Fleisch gegessen und das schon gar nicht einfach aus dem Körper von irgendeinem Tier, dem ich höchstpersönlich dafür den Hals durchgebissen habe.“ Sia erschauderte und wieder hielt sie etwas zurück, dass was für sie am schlimmsten. Die Trennung von ihrer Familie, das Leben ohne Rückhalt und dieses Überleben ohne zu wissen ob es noch ein wirkliches Leben war. Es war einfach... Sia legte ihre Decke enger um sich und schniefte Geräuschvoll. Sie war den Tränen nahe, vor einem Fremden. Einen Fremden der sie doch eigentlich gar nicht da haben wollte und sie sogar angegriffen hatte. Toll Sia, so viel zur Emanzipation. So was macht man doch nicht!
Dennoch hörte Sia ihrem Gegenüber zu, vor allem weil er ganz lässig über einen Sachverhalt sprach, der mindestens genau so schlimm war. Scheinbar hatten auch geborene Werwölfe so ihre Defizite, auch wenn Skalli aus irgendeinem Grund doch mehr Tier wurde als Sia. Lag es vielleicht an einer angeborenen Veranlagung? Oder hatte Sia einfach zu lange als Mensch gelebt um am ende doch Tier zu werden. „Tut mir leid... wir sollte vielleicht über etwas anderes reden.“ Kam es dann einige Zeit, nachdem Skalli auch seinen Bericht beendet hatte. Nur worüber redete man mit einem Wilden aus dem Dschun... ehm Wald. „Ist dir schon mal aufgefallen das Kiefern voll die hässlichen Bäume sind?“ Super Sia, für den Versuch bekommst du noch eine Eichel. Trotz des absoluten Themensprungs of irgendwas wischte sich Sia die gesamlten Tränen ab und versuchte sich ein Lächeln aufzudrücken. Zwar sah sie Skalli nicht an, aber bei der Vorstellung wie der Überlebenskünstler nun alles tun würde um seine geliebten Kiefern schön zu reden musste Sia dann doch kurz grinsen.
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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Skalli am Mo Okt 27, 2014 7:28 pm

Skalli legte den Kopf schief, als er ihrer Antwort auf seine Frage lauschte. „Ich meinte wie es sich im Kopf anfühlt wenn man gebissen wird. Du warst doch einfach ein... normaler Mensch und dann nicht mehr.“ Langsam schaffte es der Werwolf immer mehr ganze Sätze hervor zu bringen. Der Werwolf sah dann hoch zur Decke und betrachtete sie schweigend. Auch er hatte keine gute Sehkraft und für ihn erschien der Fels über ihn einfach nur wie eine Fläche. Skalli konnte nicht die feinen Risse und Abbröckelungen sehen, die sie verzierte. Das war etwas, was er schon ein Leben lang hatte, diese eine Schwäche mit den Augen. „Du sagst du...“ Kurz musste er überlegen wie er es ausdrücken sollte. „Du hast dein Augenlicht ein wenig verloren?“ Etwas anderes kam ihm nicht in den Sinn. „Hast du dann einmal besser gesehen?“ Noch immer nachte sich Skalli nicht wirklich etwas daraus, grammatikalisch richtig zu reden. Man hatte ihm ja nie beigebracht, wie das funktionierte. Nachdem er diese Frage wieder gestellt hatte, zog er die Beine an und betete den Kopf auf die Knie. Es war eine Geste, die er schon als kleiner Junge getan hatte, wenn er sich an etwas erinnerte.  Und jetzt dachte er an die Zeit, wo er sich die ersten Male verwandelt hatte. Ein Abschnitt in seinem Leben, dem er nicht hinterher trauerte. Manchmal wünschte sich Skalli auch einfach, dass er ihn vergaß.
Der junge Mann unterbrach Sia dann kein weiteres Mal. Er hörte einfach ihrer Geschichte zu und glaubte sie manchmal zu verstehen, auch wenn er es wohl niemals laut zugeben würde. In einer gewissen Weise kannte er die Einsamkeit, die sie wohl nach dem Biss hatte erleben müssen. Für ihn war sie ein stetiger Begleiter.  Als die junge Frau zu schniefen begann, zuckte er ein wenig zurück. Es war ein seltsames Geräusch, welches er noch nie wirklich wahrgenommen hatte. Seine Nackenhaare stellten sich ein wenig auf und er rückte ein wenig zur Seite. Für einen Moment war er wirklich verwirrt über diesen Ton den Sia von sich gegeben hatte. Allerdings schien sie es nicht noch einmal zu machen und das beruhigte Skalli sehr. Angespannt sah er auf den Boden vor sich und zog den Mantel etwas enger um sich. Kurz spielte er auch mit den Gedanken die Kapuze über den Kopf zu werfen und sein Gesicht zu verstärken. Stille senkte sich für einen kurzen Moment über die Höhle, bis die andere Werwölfin ein anderes Thema anschnitt.  Ein leises Grollen bereitete sich in seiner Brust aus. „Die Kiefern sind überlebenswichtig für uns Wölfe! Also hör auf sie als hässlich zu bezeichnen. Sie können ja auch nichts dafür!“ Bäume waren wohl seine einzigen Freunde, die er seit Ewigkeiten hatte und mit denen man auch zusammen sein konnte ohne reden zu müssen. „Bäume sagen auch nicht, dass du hässlich bist.“ Langsam drehte Skalli den Kopf wieder zu ihr und starrte sie mit Augen an, die einen leichten tierischen Schimmer mit sich trugen.  „Warum findest du sie denn so unschön?“ Auf irgendeine Art interessierte das den Wolf wirklich. Eigentlich hatte er sich noch nie wirklich mit dem Aussehen der Kiefern beschäftigt.
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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Sia am Mo Nov 03, 2014 5:21 pm

Sehr zu Sias Leidwesen wollte Skalli dann doch darüber sprechen. Allerdings waren es glücklicherweise keine Themen die ihr damaliges Umfeld betraf. „Ich weiß nicht wie ich es dir erklären soll, es ist nicht so als würde irgendein Schalter umgelegt werden, es ist langsam, schleichend und Heimtückisch. Ich hatte erst ja überhaupt nicht daran gedacht, dass ich tatsächlich zu einem anderen Wesen werden konnte.“ Es war alles sehr kompliziert, zudem dass die Angst und vielleicht auch so etwas wie ein wahnsinniger Schleier über Sia lag. „Aber wenn es dann kommt überwältigt es einen. Weißt du als Mensch bekommt man immer beigebracht nachzudenken, Rücksicht zu nehmen und auf andere zu achten, aber das war... überwältigend. Es hat eine Zeit lang mein aktives Denken ausgehebelt, so als wäre ich nicht mehr ich.“ Mit was für Fremdwörtern und halb poetischen Worten konnte man das noch erklären? Sia wollte wirklich nichts einfallen womit sie es einem Mann verständlich machen konnte, der wahrscheinlich noch nie in seinem Leben etwas ähnlich einschneidendes erlebt hatte.
Doch dann ging es um Sias Augen, eine wie sie fand fast schon komische Frage. „Menschen bauen Geräte, lernen kleine Buchstaben auf einem Papier zu Worte zusammen zu fassen und verbreiten ihr Wissen dadurch. Man muss sagen, dass die Augen so ziemlich ihr wichtigstes Werkzeug ist. Ich hab damals mindestens doppelt, wenn nicht viermal so gut gesehen als heute. Aber alles was zu weit weg ist verschwimmt jetzt einfach vor meinen Augen, Konturen die ich früher ohne Probleme gesehen habe.“ Die Reaktion auf Sias schniefen entging ihr nicht, aber da sie bereits wusste, dass sie es mit einem Typen zu tun hatte, der keine Ahnung von menschlichen Gepflogenheiten hatte war das schon okay. Wenigstens sah er es nicht als irgendein menschlichen Kampfschrei und warf sich auf sie.  Bei den Bäumen musste Sia dann aber doch kichern. „Nein, ich finde sie gar nicht so hässlich. Ich wollte nur vom Thema ablenken. Das machen Menschen so wenn es ihnen unangenehm ist über etwas zu reden.“ meinte sie dann während sie zu Skalli sah. „Du bist ein ganz schön komischer Kauz, weißt du das?“
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Re: Nördliches Bergland

Beitrag von Skalli am Mo Nov 17, 2014 7:51 pm

Etwas Wachsames und doch Interessiertes war in die Augen von Skalli geschlichen. Es war einfach so unvorstellbar für ihn, dass jemand etwas anderes gewesen war. Natürlich hatte er die ersten 16 Jahre auch als Mensch gelebt, nur waren seine Augen schon immer schlecht gewesen und seine Sinne ein wenig besser. Daran hatte sich nie etwas geändert.  „Nachdenken lässt einen viel zu schwach werden.“ Kommentierte er kurz und hob einen Stein vom Boden auf. Er war klein und unförmig und doch hatte er etwas sehr schönes an sich. Für Skalli war die Natur lange Zeit sein einziger Begleiter gewesen.
Als sie wieder auf ihre Augen kamen kniff er die seinen etwas zusammen. Wie es wohl war, wenn man dreifach so gut sah? Den Rest verstand er so oder so nicht wirklich. Der Wolf hatte noch nie in seinem Leben ein Buch in der Hand gehalten und würde wahrscheinlich auch nie eines lesen. „Das Gedächtnis kann doch auch gut sein um etwas weiter zu bringen.“, brummte er in sich hinein und warf den Stein hoch, sodass er mit einem leisen ‚pock’ die Decke draf und dann zusammen mit einem leichten Kieselregen wieder herunter viel. Geschickt fing ihn Skalli wieder auf und drehte ihn in der Hand.
Es war eine so kleine nebensächliche Geste, dass er nicht wirklich darauf achtete.
Mit einem leisen Geräusch legte er den Stein wieder beiseite und sah Sia einfach an. Ihre Antwort auf die Bäume stellte ihn nicht gerade zufrieden. Besonders, da er nicht wirklich von den Gepflogenheiten der Menschen verstand. Viel zu lange lebte er von ihnen entfernt. „Das ist doch ..... dumm.“ Er wusste nicht wie er es ausdrücken sollte. Eine Weile schwieg er dann wieder. „Es wird bald ganz dunkel werden.“ Sein Blick glitt zum Ausgang der Höhle. Mit der Dunkelheit würde wohl auch die Kälte kommen und am liebsten hätte er sich jetzt einfach verwandelt. Doch ob diese Sia das auch gut finden würde, wusste er nicht. ~Das kann mir eigentlich egal sein. ~, dachte er Zähne knirschend und schüttelte etwas den Kopf.  „Willst du schlafen?“ Was besseres fiel ihm einfach nicht ein.
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